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Foto-Stacking und wann wendet man es an?

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Foto-Stacking und wann wendet man es an?

Photography by Lutz Peter
Veröffentlicht von Lutz Peter in Fotosoftware · 13 Mai 2021
Tags: FotoStackingSchärfentiefeMacros
Jeder der sich gern schöne Fotos ansieht, kennt diese Fotos aus der Makrofotografie mit den Facettenaugen von Insekten, durchgängig scharfe Bilder bis ins letzte Detail. Diese Fotos sind aber nicht einfach nur scharfe Makros. Sie bestehen aus mehreren Fotos. Ich selbst verwende es auch für die Produktbilder meines 3D-Druck Shops.

Wie bekommt man solche Fotos nun erstellt?

Im Grunde ist es ganz simpel. Zunächst sollte man die Kamera auf ein Stativ stabil positionieren und das zu fotografierende Motiv im Sucher ausrichten. Unterstützt die Kamera Live View, was die meisten heutzutage können, dann richtet man es über das Display aus. Das ist leichter und praktikabler für den ganzen Vorgang.

Hat man dies nun alles so weit, dass man das Motiv in der gewünschten Ausrichtung sieht, kann es losgehen. Nun fokussiert man das Motiv am besten oben links an und macht das erste Foto. Danach verschiebt man den Fokuspunkt nach rechts so weit, dass sich die Fokuspunkte immer leicht überlagern. Und so zieht sich der Vorgang über das ganze Motiv. Ganz rechts angekommen verschiebt man den Fokuspunkt nach unten und fotografiert die nächste Reihe. Das ganze machen wir so oft bis das ganze Motiv fotografiert ist, nach jedem Foto wird der Fokuspunkt verschoben.

Bei meinen Produktfotos besteht zum Schluss das fertige Ergebnis aus bis zu 30 Fotos, jedes mit einem anderen Fokuspunkt. Je enger die Fokuspunkte beieinander liegen und sich überlappen, desto mehr Schärfe bekommt man in sein Bild. Aber Achtung, auch hier gilt “viel hilft nicht viel”.

Ich verschiebe meinen Fokuspunkt praktischerweise mit Blick auf mein Display. Und jedesmal wenn ich den Fokuspunkt verschiebe, drücke ich drei oder maximal vier Klicks in die Richtung wo ich hin will. Man kann den Fokuspunkt nun auch jedesmal nur einen Klick verschieben, wenn man mag. Aber dann liegen die Fokuspunkte so nah nebeneinander, dass man schon keinen wirkungsvollen Effekt mehr erzielt. Man macht sich dann wirklich nur sehr viel mehr Arbeit ohne besseres Ergebnis.

Anschließend müssen die Bilder noch übereinander gerechnet werden. Dies macht man am besten wie in meinem Fall mit Affinity Photo oder ähnlichen Programmen. Photoshop kann das sicher auch. Da ich damit nicht arbeite kann ich das nicht mit Sicherheit sagen.

In Affinity Photo ist das ganze sehr einfach eingerichtet. Ein Klick auf “Datei” und dann wählt man einfach im Menü “Neue Fokuskombination” und im darauf erscheinenden Dialog “die Fotos auswählen” und “OK”. Schon werden die einzelnen Bilder zusammen gerechnet. Je nach Größe und Anzahl der einzelnen Fotos kann der Vorgang etwas dauern. Man kann die Fotos vorher noch als .jbg abspeichern, oder aber auch direkt die RAW Fotos zusammenrechnen lassen.

Nachdem das abgeschlossen ist, wird das Foto noch etwas bearbeitet und exportiert. Hat man nun alles richtig gemacht, bekommt man ein durchgängig scharfes Motiv über das ganze Foto.

Je nach Verwendungszweck braucht man dafür noch nicht mal zwingend ein Makroobjektiv. Für meine Produktfotos nehme ich ein klassisches KIT Objektiv. Für Makros bevorzuge ich natürlich das Makroobjektiv.

Wo liegen die Nachteile?

Einmal davon abgesehen, dass diese Methode sehr viel mehr Arbeit macht als die klassische Makrofotografie, sind es aber die Ergebnisse die man anders kaum besser machen könnte. Aber, es funktioniert eben nur dann, wenn sich das Motiv nicht bewegt. Sonst bekommt man unangenehme Überlagerungen in sein Bild, ja es sieht dann aus wie stark verwackelt.

Das heißt in der freien Natur kann man solche Bilder nur machen, wenn es windstill ist oder das Motiv in einer geschützten Umgebung steht, wie zwischen Wurzeln z.B. oder man kann es auch fixieren.  Will man solche Wahnsinns-Facettenaugen fotografieren, muss das Objekt der Begierde, nun eben gezwungenermaßen inaktiv sein.

Ich habe nun anhand eines Buches ein Beispiel erstellt. Wenn man die kleine Diashow am Ende durchblättert, kann man sehen, dass die Schärfe auf jedem Bild wo anders liegt.

Das fertige Foto aus Zehn Aufnahmen
Das fertige Foto aus insgesamt 10 Aufnahmen

Darunter kann man nun das fertig zusammengerechnete Bild sehen. Bei dieser Arbeit habe ich die obere rechte Ecke und die linke untere Ecke unscharf gehalten, um den Fokus nur leicht diagonal in der Mitte quer durchlaufen zu lassen. Ich habe also oben und unten nicht jede Stelle des Motivs fokussiert und so bleiben diese dann im unscharfen Bereich. Das kann man dann auch steuern und so nur bestimmte Bereiche durch Schärfe hervorheben.

Das ganze kann sehr aufwendig werden. Aber es lässt sich auch sehr vielseitig einsetzen. Für meine Produktfotos zum Beispiel, wie schon erwähnt, nutze ich fast ausschließlich diese Technik. Aber auch für so manches Naturfoto habe ich dies schon verwendet. Probiert es einfach mal aus, wenn ihr noch nichts mit Fokuskombinationen gemacht habt.

Sonnenaufgang in MeckPom
Auch die landschaftsaufnahme ist im Stackingverfahren enstanden. Hier habe ich mit einem Weitwinkel Objektiv 12 Aufnahmen gemacht.



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